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Wir in Europa sind die Sieger*innen in der Glückslotterie des Lebens

Wie für Lessenich üblich: Deutliche Worte. Und grad deshalb lesenswert. Aus seinem Kommentar zur Flüchtlingspolitik "Fraglos schreiten wir voran":

Wir in Europa sind die Sieger*innen in der Glückslotterie des Lebens: geboren dort, wo es sich im Weltmaßstab gut leben lässt. Aber Glück ist eine knappe Ressource, für alle reicht es nicht. Das ist die irrationale Rationalität, die verrückte Logik der kapitalistischen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung: Die immensen Werte, die sie produziert, dürfen niemals allen zugutekommen. Sie müssen ungleich zugeteilt werden – das Glück der einen ist das Unglück der anderen. Aus dieser Logik der Verknappung im Überfluss entspringen die Notwendigkeiten sozialer Schließung: Die Unglücklichen müssen leider draußen bleiben; und wer nicht hören will, muss fühlen.

Stephan Lessenich, Autor des Buches @backstube/neben-uns-die-sintflut/, endet positiv:

Klar, wir können weiterhin das Sterben auf dem Weg nach Europa und den tödlichen Rassismus um uns herum ignorieren. Wir können so weitermachen, als ob nichts wäre. Gleichgültigkeit muss man sich leisten können – und wir haben’s ja! Und so zeigen wir bestenfalls auf die üblichen Verantwortlichen, auf EU und Frontex, Kurz und Orbán, Salvini und Seehofer – alles üble Gesellen, die da oben und da draußen. Aber warum denn wohl können sie alle ihr Spiel immer weiter treiben? Wie hat es auch in diesem Jahr wohl wieder so reibungslos funktioniert? Wann spielen wir nicht mehr mit?

Zum Beispiel durch Vermeidung von Produkten aus einer "Sackgassen-Landwirtschaft", die, subventioniert von der EU-GAP, "lokale Märkte" zerstört und dadurch in anderen Teilen der Erde Menschen ihre Lebensgrundlage zerstört. Und dadurch wiederum Fluchtursachen verschärft. Zum Beispiel durch's Nein-Sagen zu übermäßigem Konsum von u.a. "globalem Fleisch" und anderen tierischen Erzeugnissen (immense "Klimakiller"), was dadurch die zusätzlichen Fluchtursachen Klimaerwärmung und Krieg anheizt. Statt dessen Ja sagen zu bäuerlicher Landwirtschaft und zu mehr Getreide, Nüssen, Obst und Gemüse. Wenn Tierisches, dann welches, das Du kennst (oder gekannt haben könntest). Lass Dein SUW gar nicht erst produzieren (und andere "Verbrenner") oder lass ihn viel häufiger (am besten ganz) stehen. Fokussiere kurze Strecken; nimm Rad oder Bahn. Es gibt noch viele andere Möglichkeiten, gründet Wohnbanden (Schöner Wohnen im ressourcensparenden Gemeinschaftsprojekt).

Ganz einfach

Eine gute Daumenregel ist in den meisten Fällen: Reduziere oder vermeide Konsum; Produkte genaus so wie Dienstleistungen. Und reduziere oder vermeide Müll; kümmer Dich drum, dass Dein "Ausstoß" einem natürlichen Kreislauf zugeführt wird. Mach das so lange, bis Du Dich fragst: Wann soll ich denn jetzt noch lohnarbeiten?

Hören wir auf, mitzumachen; die zu fördern, die direkt oder indirekt gegen Leben kämpfen! Fangen wir an, aufzuhören! Sägen wir an unseren Privilegien, wenn diese auf Kosten anderer funktionieren. Reduzieren wir unsere Ansprüche auf ein Maß, das alle erreichen können. Haben wir wieder Freude am Leben. Und helfen wir den bisher unterpriviligierten zu einem Schönen Leben! Nicht -- wie schon so oft -- übergestülpt sondern inklusiv, mit ihnen gemeinsam, im Austausch!

Keine Angst: Es ist genug für alle da! Es gibt maximal einen Grund, sich schlecht zu fühlen: Wenn Du weißt, Du kannst etwas ändern, aber Du tust es nicht. Und wir können es ändern! Bei allem, was wir tun: Befreien wir es!

Bildnachweis: "Irish Lottery" by Jordan Metcalf is licensed under CC BY-NC-ND 4.0

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