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Räumungsstopp aller Keingärten in der Südstadt

Jetzt wissen wir es schwarz auf weiß: Es ist an der Zeit umzuplanen: für den Erhalt der ca. 26 ha Garten- und Grünflächen der Kleingartenanlagen am Groten Pohl und am Pulverturm.

„In den beiden vorgenannten B-Plan-Gebieten werden im Herbst/Winter 2019/2020 keine Räumungen erfolgen." – so die Antwort des Amts für Stadtgrün, Naturschutz und Landschaftspflege auf ein Auskunftsersuchen des NABU RV Mittleres Mecklenburg e.V. hin.

Konkret gemeint sind damit die KGAs Pütter Weg und Ernst Heydemann (Groter Pohl / B-Plan Gebiet „Wohn- und Sondergebiet Am Südring) sowie Dwarsweg und Primelweg (B-Plan Gebiet „Wohnen und Studieren Am Pulverturm"), die von Räumungen in Zusammenhang mit der Umsetzung der Bebauungsplanung der Hanse- und Universitätsstadt Rostock bedroht sind.

„Wir haben bereits im letzten Jahr Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Räumungen angemeldet und deshalb im November 2018 einen Räumungsstopp gefordert. Nachdem unsere Bedenken übergangen wurden, haben wir Anzeige erstattet." erklärt Juliane Bäthge, Vorstandsmitglied des NABU RV Mittleres Mecklenburg e.V. Ob die Teilräumungen der Flächen im letzten Jahr (ca. 5,5 ha) rechtswidrig durchgeführt wurden, wird derzeit von der Staatsanwaltschaft Rostock geprüft. Schon jetzt ist aber klar, dass in der Grünordnungsplanung nachgebessert werden muss. Der NABU RV Mittleres Mecklenburg e.V. kritisiert unter anderem, dass die Gärten zunächst als „strukturarme Kleingärten" bewertet wurden. Nach erneuter Prüfung werden diese nun, ihrem Alter und ihrer Vielfalt entsprechend, als „alte und strukturreiche Kleingärten" aufgewertet. Ebenfalls gab es, nach zahlreichen Hinweisen von Kleingärtner*innen auf Vorkommen der „streng geschützten" Zauneidechse, erneut faunistische Kartierungen.

Bei einer Räumung zum jetzigen Zeitpunkt müssten auch „besonders geschützte" Tierarten vor Tötung geschützt werden. Dazu zählen viele Tiere, die im Gebiet überwintern oder gar Winterschlaf halten, wie Igel und Maulwürfe, Amphibien und Reptilien.

„Da also in diesem Winter aufgrund von Planungskorrekturen in der Verwaltung kein Baufortschritt in den Gebieten erfolgen kann, hätten auch die Gärten noch mindestens bis zum nächsten Jahr nicht gekündigt werden müssen." so der NABU RV Mittleres Mecklenburg e.V. „Um Klimawandel und Artensterben vor unserer Haustür entgegenzuwirken, müssen solche Grünflächen erhalten bleiben." Nun sollte die Zeit genutzt werden, um alternative Konzepte für die Gestaltung dieser Grünflächen gemeinsam mit den Bürgern zu entwickeln. Um die Forderung vieler Bürger nach Erhalt dieser Grünflächen an die Bürgerschaft direkt heranzutragen, haben die Initiative Kleingärten Rostock e.V. gemeinsam mit dem NABU RV Mittleres Mecklenburg e.V. eine online Petition gestartet, die Sie hier finden: https://www.openpetition.de/petition/online/erhalt-von-stadtgruenflaechen-kleingartenanlagen-in-rostock

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