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Veranstaltung

Böll-Montagskino & Gespräch: „Wir bleiben hier“ & „Bruderland ist abgebrannt“

Datum & Zeit

am 29. August 2022 von 19:00 Uhr bis 21:00 Uhr

Ort

li.wu in der FRIEDA23

1989 lebten über 90.000 Vertragsarbeiterinnen und -arbeiter aus anderen sozialistischen Staaten in der DDR. Rund zwei Drittel davon kamen aus Vietnam. Die Dokumentation „Wir bleiben hier“ (1990) aus dem Fundus der DEFA schildert die Situation ehemaliger Vertragsarbeiter:innen aus Vietnam nach dem Zusammenbruch der DDR. Auf die Freude über den politischen Wandel und die Wiedervereinigung folgen Erfahrungen mit wachsendem Rassismus und die Angst, nach Vietnam abgeschoben zu werden. Auch Angelika Nguyens dokumentarischer Kurzfilm „Bruderland ist abgebrannt“ (1991) über die rechtliche und soziale Unsicherheit ist ein wichtiges zeithistorisches Dokument. Die Verträge, die die Arbeits- und Lebensgrundlagen definierten, verloren mit dem Mauerfall ihre Gültigkeit. Die ehemaligen Vertragsarbeiter:innen verloren ihre Stellen, die Wohnheime kündigten ihre Zimmer. Von Solidarität und Brüderlichkeit, schon zu DDR-Zeiten meist leere Worthülsen, blieb in der Realität wenig.
Wir sprechen mit Almuth Berger, die vom 1. März 1990 bis zur Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 Staatsekretärin und Ausländerbeauftragte unter Ministerpräsident Lothar de Maizière in der DDR und von 1991 bis 2006 Ausländerbeauftragte des Landes Brandenburg war. Im Mai 1990 nahm sie an den Verhandlungen über den Einsatz von vietnamesischen Arbeitskräften und nach den Umwälzungen in der DDR notwendig gewordenen Änderungen in den Regierungsabkommen zwischen der DDR und Vietnam teil.
Kooperationspartner: Lichtspieltheater Wundervoll
Eintritt: 7,50 / 6,- / 5,- EUR, VVK www.liwu.de

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