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Ausgabe 87 (Juni 2017): Nachhaltiger Stadtumbau

Frankreich hat gewählt, Großbritannien hat gewählt – und schon wieder scheint die Situation in Europa und in der Welt eine neue. Erstmals seit viel zu Langem fühlt es sich ein bisschen so an, als würden Dinge sich auf positive Weise neu sortieren, als wehe ein nach internationalem Zusammenhalt strebender politischer Geist über den alten Kontinent. Hat er die Kraft, den nationalistischen Bestrebungen Einigendes entgegenzusetzen? In Rostock dagegen, so scheint es, nehmen die Dinge einen immer wieder ähnlichen Verlauf. Unmittelbar bevorstehende Jubiläen, eigentlich doch vor allem Anlass zu Besinnung, Selbstreflexion, zu sozialem Miteinander, strahlen nicht wahrnehmbar in das Lebensgefühl der Menschen hinein. Und wirken sich nicht erkennbar auf unseren Umgang mit Geschichte aus. Ein stadtgeschichtliches Museum fehlt und ist nicht angedacht, aktuelle städtische Projekte gehen viel zu oft mit einer Auslöschung historischer oder schützenswerter Orte einher. Und ein bisschen ist es, als verschwände mit ihnen stets aufs Neue ein kleines Stück Seele der Stadt. Menschen, die solche Entwicklungen betrauern, winken inzwischen häufig resigniert ab – jede/r von ihnen hat eine Geschichte des Aufbegehrens und des daraufhin erlebten Scheiterns zu erzählen. Und so werden diejenigen, die eine ausgewogene Stadtentwicklung anmahnen, die neue Wohnungen und Industrieflächen nicht für das Einzige halten, was eine lebenswerte Stadt braucht, immer stiller. Man verstummt oder zieht sich in kleine Enklaven zurück, in denen es noch Gestaltungsnischen gibt. Dabei steckt in dem Beobachteten eine ebenso uralte wie hochaktuelle Moral: Stadt ist da gut und echt, wo sie von ihren Bewohnern gestaltet wird. Aus unserer Sicht sollte dies das zentrale Thema der anstehenden Jubiläumsmonate sein. Die Formate, in denen das verhandelt wird, müssen wohl von den RostockerInnen selbst kommen. Auch darum geht es in diesem Heft. ...

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