371 Gruppen / 15624 Gestalten / 38348 Beiträge
Beitrag
Artikel

Volkshaus?

Volkshaus? Ja, Sie waren alle schon mal im "Volkshaus". Beim "Traumzauberbaum", "Don Giovanni" oder die Älteren in "Lysistrata und die NATO". Das Volkstheater war von 1913 bis 1933 eins der 8 Volkshäuser in Mecklenburg-Vorpommern und eins von über 360 in Deutschland. Dort wirkte der Arbeiter- und Soldatenrat, der vollendete, was die Männer der 1848er Revolution begonnen hatten. Die Mitglieder dieses Gremiums befreiten von der Vormundschaft Kaiser Wilhems II. und trugen zu demokratischen Veränderungen, zum 8-Stunden-Tag und zum Frauenwahlrecht bei. Dort saßen die Streikleitungen, die wieder und wieder den sozialen Ausgleich erzwangen. Die Naturfreunde, die Gesangsvereine, die Laienspielgruppen, die Sozialistische Arbeiterjugend mit ihrer Losung "Beethoven gehört auch uns", sie alle schufen eine neue Lebensweise, die Grundlage unseres heutigen Lebens wurde. Aber wer waren die Menschen, die diese Entwicklung anführten? Wer kennt noch Ernst Brockelmann, der Gottlieb Kingel und Carl Schurz die Flucht nach England ermöglichte, was wissen wir über die Brüder Wiggers, die ihre Tätigkeit für die Freiheit mit Zuchthaus und lebenslangem Berufsverbot büßten? Wer kennt Martin Erdbeer, Franz Starosson, Julius Asch, die die organisierten Arbeiter Rostocks und Mecklenburgs anführten im Kampf um verbesserte Lebensbedingungen? Damit diese Menschen im kollektiven Gedächtnis bleiben, brauchen wir unser Volkshaus, ein Haus voller Leben, in dem Jung und Alt ihren Interessen nachgeht und gleichzeitig erinnert wird: Freiheit, Demokratie und soziale Gerechtigkeit fallen nicht vom Himmel, sie wurden unter Opfern erzwungen und müssen ständig neu errungen werden.
Dieses traditionsreiche Haus, einst mit Arbeitergroschen erworben, ist vom Abriss bedroht. Abonnieren Sie die Nachrichten der Initiative "Volkshaus Rostock". Sie erfahren die Termine unserer Vorträge, organisierter Mahnwachen und die Ergebnisse unserer Bemühungen bei Behörden und Organisationen. Zum Mitmachen bieten wir viele Möglichkeiten. Helfen Sie mit, dass die Societät und das Volkshaus nicht zu Kollateralschäden des Theaterneubaus werden.

Gruppe abonnieren um über zukünftige Beiträge der Gruppe @initiative-volkshaus-rostock per E-Mail

Kommentare

  1. Schon im Dezember 2023, als die Bürgerschaft für den Verkauf des Grundstücks Volkstheater eine Konzeptvergabe beschloss, hätte die Stadtverwaltung wissen müssen, dass mit einer Konzeptvergabe, die diesen Namen verdient, Höchstpreise, von der die Oberbürgermeisterin noch am 01. Juli 2026 vor der Bürgerschaft sprach, nicht zu erzielen sind. Was wäre zu tun? Mehr Grundstücke verkaufen. Wenn man 18 Grundstücke zur Mitfinanzierung desTheaterneubaus verkauft, kann man 24 Grundstücke verkaufen und auch die Sanierung von Societät und Volkshaus zu bezahlen und damit "Kollateralschäden" zu vermeiden. Wenn man will! Aber ...
    Und man hätte noch die Kosten für die Experten gespart, die den Denkmalschutz für Teile des Volkstheaters abwenden sollen. Das sind ja nur 80.000 €, munkelt man.

  2. Anmelden zum Kommentieren