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Presseerklärung der Bürger_innen-Initiative für den Erhalt des Elisabethheims

Aus Anlass des heutigen Ortstermins am ehemaligen Elisabethheim, Rostock, Ulmenstraße 45, erklären die Mitglieder der Initiative für den Erhalt des Elisabethheims:

Seit Ende Oktober 2016, also einem knappen Jahr, setzen wir uns auf verschiedenen Ebenen für einen Erhalt des akut vom Abriss bedrohten Elisabethheims und der zugehörigen Parkanlage ein. Dabei war von Anfang an unser Bestreben, die Interessen des Studentenwerkes Rostock (Mensa und studentisches Wohnen) mit einem Erhalt des Ensembles in Einklang zu bringen. Bislang blieb dies allerdings ohne erkennbare Resonanz seitens der Verantwortlichen.
Nicht nur wir, sondern auch verschiedenste andere gesellschaftliche Gruppierungen fordern einen Erhalt des Ensembles und eine Öffnung der Debatte um dessen Zukunft. Ausdruck dessen ist u.a. die erneute Besetzung des Elisabethheims in diesen Tagen.

Am gestrigen Montagnachmittag kurz vor 17 Uhr erhielt eine Vertreterin unserer Initiative vom Studentenwerk Rostock eine Einladung zu einem Ortstermin mit einem Bausachverständigen für den heutigen Dienstag um 10 Uhr mit dem Schwerpunkt „nähergehender Erläuterungen zu unserem Bauvorhaben und erster gemeinsamer Gespräche dazu“.
Wir halten die Kurzfristigkeit dieser Einladung für eine Zumutung. Als ehrenamtlich Engagierte ist es uns unmöglich, so kurzfristig innerhalb normaler Arbeitszeiten zu reagieren.

Dieses „Gesprächsangebot“ steht aber vor allem in klarem Widerspruch zu der von uns geforderten und vonseiten des Studentenwerks bereits zugesagten breiten Beteiligung der Öffentlichkeit.
Eine unter diesen Bedingungen erfolgende Einladung an unsere Initiative ist kein Ersatz für Bürgerbeteiligung! Zunehmend haben wir den Eindruck, dass es den Verantwortlichen nicht um einen offenen und fairen Dialog geht, sondern allein um die Durchsetzung ihrer Interessen. Bestätigt sehen wir uns auch durch die nachträgliche Information des Studentenwerkes, der heutige Termin ziele u.a. auf die Besetzer_innen des Gebäudes.
Zugleich beharrt das Studentenwerk inzwischen darauf, dass „ein Abriss nicht mehr zu umgehen ist“, während noch jüngst gegenüber dem Ortsbeirat der Kröpeliner-Tor-Vorstadt mit Mehrkosten durch einen (offensichtlich dann doch wohl möglichen) Erhalt des Ensembles argumentiert wurde.
Vereinzelte Stimmen aus der Rostocker Stadtpolitik, man solle doch, statt Häuser zu besetzen, einfach einmal über alles reden, führen sich vor diesem Hintergrund selbst ad absurdum.

Wir sind fest davon überzeugt, dass eine offene Gesellschaft die Diskussion über den Wert historischer Gebäude und Ensembles, zumal so geschichtsträchtiger wie des Elisabethheims, dringend braucht – auch, um ihr demokratisches Selbstverständnis zu stärken.

Deshalb halten wir an unserer Forderung an die Verantwortlichen nach einer breiten Beteiligung der Öffentlichkeit in einer ergebnisoffenen (!) Debatte nach wie vor fest.
In diesem Zusammenhang fordern wir auch die Offenlegung aller Gutachten, nach denen der Abriss des Elisabethheims angeblich nicht mehr zu umgehen sei.
Zunächst aber fordern wir von den Verantwortlichen vor allem, dass den Besetzer_innen des Gebäudes unverzüglich der freie Zugang zu Lebensmitteln ermöglicht wird.

Rostock, 17. Oktober 2017

im Namen der Bürger_innen-Initiative für den Erhalt des Elisabethheims:

Dr. Kristina Koebe
Hannes Rother (Vorsitzender Verschönerungs-Verein zu Rostock e.V.)
Robert Waltemath (Stellv. Sprecher Arbeitskreis Wohnprojekte)