Commons. Eine andere Art die Welt zu denken
Zur Wiederentdeckung der Gemeingüter
Vortrag und Gespräch mit Silke Helfrich, Bildungsreferentin und Commons-Aktivistin
Auf den ersten Blick haben Wasser und Wissen, Saatgut und Software,
Erbgut und Atmosphäre nichts gemein. Was sie aber eint, ist, dass sie
für das menschliche Leben unentbehrlich sind. Fast alle großen
gesellschaftlichen Auseinandersetzungen der Gegenwart drehen sich um
die Frage, ob diese Dinge zu Waren werden oder zu Gemeingütern, auch
Commons genannt. Davon zeugen die weltweiten Konflikte über die
Trinkwasserversorgung oder die Nutzung von Land, über den Zugang zu
neuen Technologien, den Umgang mit Regenwäldern, die Übernutzung der
Atmosphäre, die Urheberrechtsfrage und vieles mehr. Commons, das
bedeutet, dass es gelingen muss, niemanden auszuschließen und weder zu
viel noch zu wenig von dem zu nutzen, was keinem Menschen allein
gehört. Markt und Staat haben sich oft als unfähig erwiesen, dieser
komplexen Aufgabe gerecht zu werden. Daher gerät, beflügelt durch die
Verleihung des Wirtschaftsnobelpreis an die amerikanische
Commonsforscherin Elinor Ostrom, etwas Drittes wieder in den Blick: Die Commons, jenseits von Markt und Staat.
Silke Helfrich, Mitherausgeberin und -autorin des im Mai erschienenen Buches „Commons. Für eine neue Politik jenseits von Markt und Staat“ stellt ein modernes Konzept der Commons vor, führt in die Grundbegriffe der Debatte ein und beleuchtet deren Vielfalt. Sie macht uns vertraut mit lebendigen Commonsprojekten weltweit und identifiziert sie als zentrales Paradigma für eine fairere Welt.
Mo, 04.06.2012, 19 Uhr | Universität Rostock, Ulmenstr. 69, HS 124
- Anmelden oder Registrieren um Kommentare zu schreiben
-
- Permalink
Anmelden
Stadtplan Rostock
